Kein anderes Zeichen!
von Ulrich Reinkowski

Und alles nur, weil ich dich liebe; und ich nicht weiß, wie ich´s beweisen soll….“ Die Toten Hosen.

Wie schrecklich ist das denn? Kann man Liebe „beweisen“?
Wird diese Form von Beziehung nicht von innen her durch das Misstrauen gefressen?
Es ist eine Form von Beziehung, in der Fragen, wie die Folgenden eine Rolle spielen:
Kannst Du halten, was du versprichst?
Wieviel kann ich dir zumuten, bis du platzt?
Wie lange kann ich dir auf die Nerven gehen, bis du an die Decke gehst?
Was soll ich denn noch alles tun, damit du mir glaubst?
Es ist ein grausames Spiel, in dem der andere sich oder ich mich beweisen muss. Es ist ein zerstörerisches Machtspiel: Wo soll das enden?

Es kann nur in der Enttäuschung enden, weil ich oder der/die andere den Ansprüchen nicht gerecht werde, weil einer entnervt aufgibt. Die Enttäuschung ist programmiert.

Wie ginge es anders?

Es geht nur mit einem Vorschuss an Vertrauen: So wie du bist, und so wie du es machst, ist es erst mal o.k.

Die Bibel berichtet, dass Menschen von Jesus ein Zeichen fordern. Er soll sich beweisen!!
Jesus verweigert sich. Was soll er denn noch alles tun. Jesus überrascht dann, indem er sagt: Ich bin das Zeichen! Seht ihr das nicht? Nein, ihr seht es nicht!
Es ist eine Zu-Mutung: Hab Vertrauen!
Ja, es erfordert Mut sich zu trauen, Vertrauen in einen Menschen zu haben.
Das Gleiche gilt auch für Gott. In schwierigen Situationen wie in der Klinik ist die Gefahr besonders groß, das Vertrauen zu verlieren, und die Versuchung groß, dass er, also Gott, sich doch endlich jetzt beweisen soll.
 
Im April feiern wir die Heiligen drei Tage: Gründonnerstag, Karfreitag und Ostern.
Wir erinnern uns, dass Jesus treu bis in den Tod ist. Das ist das Zeichen des Karfreitags.
Er ist das Zeichen, dem wir uns vertrauensvoll zuwenden können.

 

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Pastoralreferent
Ulrich Reinkowski (kath.)